Ein europäischer Bundesstaat?

Bislang hielt Merkel wenig von all den Debatten über die “Finalität” des europäischen Einigungswerks, also die Frage, wie ein irgendwie geeintes Europa dereinst aussehen soll. Und genauso wenig unterstützte sie Bestrebungen, die EU von einem Staatenverbund in einen Bundesstaat nach deutschem, amerikanischem oder Schweizer Vorbild zu verwandeln. Doch die Euro-Krise hat sie, wie andere führende Akteure der EU und der Europäischen Zentralbank (EZB), gezwungen, ganz neu nachzudenken. 

Denn Merkel ist wie den anderen Verantwortlichen in Brüssel, Frankfurt und beim IWF in Washington klar: Nach der Griechenland-Wahl steht letztlich die gesamte Statik Europas in Gefahr. Oder, wie sie selber immer wieder eindringlich formuliert hat: “Scheitert der Euro, scheitert Europa.”

Und Merkel hat erkannt: Mit immer neuen Milliardenprogrammen für Griechenland, Irland, Portugal, zuletzt Spanien, vielleicht bald auch Italien oder sogar Frankreich ist die Schuldenkrise nicht zu meistern. Sie greift vielmehr weiter um sich. Deutschland mit einigen wenigen, kleineren Nicht-Krisenstaaten wie Österreich und die Niederlande ist nicht in der Lage, die Lasten auf Dauer allein zu tragen.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-06/eurokrise-politische-union


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